Foundation-Diskussion auf der openSUSE Conference - Welche rechtliche Form sollte das openSUSE-Projekt annehmen?

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  • Foundation-Diskussion auf der openSUSE Conference - Welche rechtliche Form sollte das openSUSE-Projekt annehmen?

    Hallo zusammen,

    ich konnte leider nicht zur openSUSE-Konferenz fahren, schaue mir aber gerade einen interessanten Stream zu Thema "Rechtliche Form des openSUSE-Projekts" an, der auf YouTube veröffentlicht wurde. Wie steht ihr im Forum der Diskussion um die "Foundation" gegenüber?

    Persönlich habe ich mir um diese Frage nie einen Kopf gemacht aber es ist eine interessante Fragestellung. Für mich war es: Es gibt SUSE Linux Enterprise und es gibt openSUSE. Es gibt die Leute im Anzug und es gibt die Community, die openSUSE macht. Die beiden scheinen einigermaßen miteinander klar zu kommen, tauschen Code und Pakete aus etc.

    Wie steht ihr dem gegenüber wenn es einen "openSUSE e.V." oder eine "openSUSE Foundation" jetzt geben würde…?

    Für den Inhalt des Beitrages 133456 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: tapwag

  • Ich sehe das ganze überwiegend positiv

    In dem Zusammenhang gibt es übrigens aktuell auch Diskussionen um einen möglichen neuen Namen um mit der neu gegründeten Foundation nicht vom wohlwollen seitens SUSE im Bezug auf die Verwendung der Marke abhängig zu sein, insbesondere da SUSE jederzeit wieder den Besitzer wechseln könnte

    [opensuse-project] Project name and logo discussion

    openSUSE Brand Name refresh

    openSUSE Brand Logo refresh
    Unix is user friendly. It’s just selective about who its friends are.

    Für den Inhalt des Beitrages 133464 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: tux93

  • tux93 schrieb:

    In dem Zusammenhang gibt es übrigens aktuell auch Diskussionen um einen möglichen neuen Namen um mit der neu gegründeten Foundation nicht vom wohlwollen seitens SUSE im Bezug auf die Verwendung der Marke abhängig zu sein, insbesondere da SUSE jederzeit wieder den Besitzer wechseln könnte
    Interessant. Danke für den Hinweis!

    Für den Inhalt des Beitrages 133465 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: tapwag

  • Das ist gut, dass das diskutiert wird.

    OpenSUSE ist historisch eng mit SUSE verbunden. Gut, weil viel enterprise-quality Code in Tumbleweed/Leap landet, schlecht, weil viel manpower von SUSE kommt und Infrastruktur mit benutzt wird. Wenn SUSE zu macht oder aus irgendwelchen Gründen die Mitarbeit beendet, wärs mit OpenSUSE zuende.

    Wenn OpenSUSE ein eigenes, unabhängiges Projekt werden will, muss es juristisch und finanziell unabhängig sein. Und das geht nach aktuellem Modell nicht einfach.
    Eine größere Unabhängigkeit zu SUSE ist ja auch für SUSE gut, Einfluss haben sie ja dennoch durch die Manpower, aber vielleicht geht Infrastruktur und deren Kosten auf die Gemeinschaft über. Vielleicht holt das auch mehr Developer ins Boot.

    Das mit dem Namen finde ich eine Phantom-Diskussion.

    Für den Inhalt des Beitrages 133664 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: Scytale

  • Ich persönlich habe es eigentlich ganz gerne, wenn ein Linux-Distributor eine Art "Amateur-Mannschaft" hat und ihnen die Einrichtung zum Trainieren überlässt.

    "Amateurmannschaft" soll nicht negativ aufgefasst werden: Auch die können häufig sehr gut spielen…

    Vor openSUSE war ich bei Mandriva (unter anderem als Übersetzer/Softwarelokalisierer) und auch lange Zeit bei openMandriva. Da hatten wir das mit der Foundation auch ziemlich durch und es gab dann die wenigen Firmentreuen (da war ich unter anderem dabei) und dann den Kreis um die Edge-IT-Leute, die an der Endkundendistribution gearbeitet hatten und denen gekündigt wurde.

    Für den Inhalt des Beitrages 134631 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: tapwag

  • Moin zusammen,

    hmm so ein Modell gibt es doch schon bei RedHat .... RHEL ist die kommerzielle Ader, CentOS die 'Private'. Dass Beide supereng zusammenarbeiten befruchtet eben auch beide Communities.
    Dort wurde der Split ja schon relativ früh vollzogen.

    Genauso kann das neue SuSE/Open Modell laufen zum Wohle Aller.

    Was Namen angeht - Schall und Rauch, wichtig ist was untendrunter sitzt und die Zusammenarbeit beider Zweige - SuSSe-Kommerziell und ??? - nicht kommerziell.
    Viele Grüße,
    T.

    Für den Inhalt des Beitrages 134635 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: Tamerlain

  • Tamerlain schrieb:

    hmm so ein Modell gibt es doch schon bei RedHat .... RHEL ist die kommerzielle Ader, CentOS die 'Private'. Dass Beide supereng zusammenarbeiten befruchtet eben auch beide Communities.
    Dort wurde der Split ja schon relativ früh vollzogen.
    Nicht zu vergessen: Fedora bzw. Fedora Core wie es früher hieß. Konnte mich aber nie so richtig damit anfreunden obwohl da auch ganz interessante Entwicklungen stattfinden. Da bin ich auch mal gespannt wie sich der Merger mit IBM auswirken wird. Ist aber ein anderes Thema.

    Für den Inhalt des Beitrages 134655 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: tapwag

  • In den letzten Tagen haben sich einige Mails in meiner Mailbox zu dem Thema angesammelt. Auch zum Thema "Name Change".

    Ich verstehe immer noch nicht, warum man die ganze Thematik nicht einfach so lassen kann. Geht es um "Macht und Gier" einzelner Community-Mitglieder.

    Habe momentan ziemlich Schwierigkeiten, die Diskussion aufzuarbeiten…

    Für den Inhalt des Beitrages 136184 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: tapwag

  • Auch ich verfolge die Diskussion aufmerksam. Um "Macht und Gier" geht es meiner Ansicht nach nicht.

    Ich möchte die bisherige Diskussion und den Stand aus meiner Sicht zusammenfassen:

    Bisher ist das openSUSE Projekt keine rechtlich eigenständige Einheit, sondern ein Community-Projekt, das in Vielem von SUSE abhängig ist. So gehören unter anderem der SUSE GmbH die Rechte an der Marke openSUSE. Im Rahmen der schon oben erwähnten Diskussion ist die Idee entstanden, eine eigenständige "openSUSE Foundation" (Stiftung) zu gründen, um für die Community mehr Flexibilität zu erhalten. So kann openSUSE momentan keine Sponsoren haben, weil es keine rechtliche Einheit ist.

    Das openSUSE Board hat deshalb beschlossen, den Weg in Richtung zu einer openSUSE Foundation zu gehen. Dabei hat sich auch die Frage gestellt, was mit Namen und Logo ist, da diese beide ja momentan SUSE gehören. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
    • SUSE überträgt der neu zu gründeten openSUSE Foundation die Rechte an der Wortmarke openSUSE und Nutzungsrechte an der grünen Farbe und den von openSUSE verwendeten Logos, nicht nur dem Chamäleon, sondern auch Leap, Tumbleweed, Kubic usw.
    • Die neue Foundation gründet sich unter einem anderen Namen
    Beides hat Vor- und Nachteile, die jetzt diskutiert werden. Für eine Änderung sprechen unter anderem:
    • Konflikte mit SUSE bezüglich der Abgrenzung werden vermieden
    • Der Aufbau einer neuen Marke kann neue Community-Mitglieder anregen, aktiv mitzumachen
    • openSUSE wird permanent falsch geschrieben, z.B. OpenSUSE.
    Dagegen spricht unter anderem:
    • openSUSE ist sehr bekannt und hat einen guten Ruf. Eine neue Marke muss erst bekannt gemacht werden.
    • Die Umstellung ist enorme Arbeit. Wer soll das machen? Sind da nicht viele aktive Committer erst mal mit Namensänderung beschäftigt, statt sich um Wichtigeres zu kümmern?
    • Eine Namensänderung kann den Eindruck erwecken, die Foundation wollte sich von SUSE entfernen oder es gäbe einen Streit. Das ist definitiv nicht der Fall.
    Das Board hat deshalb entschieden, eine Abstimmung unter den openSUSE Members zu machen und zunächst die Frage zu stellen, ob der bisherige Name beibehalten werden soll oder ob eine Namensänderung angestrebt wird. Dabei gab es viele Bedenken, ob dies die richtige Frage ist, solange noch nicht wirklich klar ist, was das Beibehalten des Namens oder eine Namensänderung wirklich bedeuten. In der Tat, so einfach diese Frage ist, so schwierig ist sie zu beantworten, wenn man die Konsequenzen nicht wirklich zu Ende gedacht hat.

    Inzwischen ist immerhin klar, dass es rechtlich wohl kein Problem ist, die Marke openSUSE an die Foundation zu übertragen und dann unabhängig, in manchen Gebieten vielleicht sogar in Konkurrenz aufzutreten. Vielleicht werden in nächster Zeit noch weitere Punkte klargestellt. Die Mitglieder von openSUSE drängen darauf, da sie sich sonst nicht in der Lage sehen, eine fundierte und informierte Entscheidung zu treffen.

    Wer tiefer reinschauen möchte, sollte sich die Links aus Kommentar #2 anschauen.

    Für den Inhalt des Beitrages 136203 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: letsfindaway