der Narr hat das Wort,
ich möchte hier ein Dualboot-Problem mit Windows 11 und openSUSE dokumentieren, das mich einige Zeit beschäftigt hat und möglicherweise auch andere betrifft,
insbesondere auf ASUS-Mainboards, aber auch auf einfacheren oder älteren UEFI-Systemen.
Ausgangslage:
– UEFI-System, GPT
– Windows 11 auf eigener SSD mit eigener EFI-Partition
– openSUSE (UEFI-only) auf separater SSD mit eigener EFI-Partition
– openSUSE ist als primäres System vorgesehen (GRUB soll standardmäßig starten)
Problem:
Sobald Windows 11 gestartet wurde und anschließend entweder „Herunterfahren“ oder auch nur „Neustart“ gewählt wurde,
hat Windows beim nächsten Einschalten die UEFI-Bootreihenfolge verändert und sich selbst wieder auf Platz 1 gesetzt,
oder – je nach vorheriger BIOS-Konfiguration – die openSUSE-SSD komplett aus der regulären Bootauswahl verdrängt.
Vereinfacht: Windoof ausgeschaltet, openSUSE weg
Das Verhalten war reproduzierbar, selbst wenn openSUSE zuvor korrekt als erster Boot-Eintrag gesetzt war.
Wichtig:
Dieses Verhalten trat nicht nur beim „Herunterfahren“, sondern auch bei einem einfachen „Neustart“ aus Windows heraus auf.
Ursache:
Windows 11 nutzt standardmäßig den Schnellstart (Hybrid Shutdown / Hibernate).
In dieser Konfiguration schreibt Windows beim Beenden oder Neustarten UEFI-Variablen neu und fummelt im BIOS rum,
was dazu führen kann, dass der „Windows Boot Manager“ wieder priorisiert wird.
Änderung wird dauerhaft übernommen, je nach Einstellung ist die openSUSE Festplatte nach beenden von Windows auch einfach mal verschwunden im BIOS.
Lösung:
In Windows 11 müssen der Schnellstart (Option standardmäßig ausgeblendet) und der Ruhezustand vollständig deaktiviert werden.
Vorgehen:
1. Windows-Terminal oder Eingabeaufforderung als Administrator öffnen
2. Ruhezustand vollständig deaktivieren:
3. Kontrolle:
Wichtig ist, dass dort explizit angezeigt wird:
– Ruhezustand: nicht verfügbar
– Schnellstart: nicht verfügbar
Ergänzung: Warum die Schnellstart-Option zunächst nicht sichtbar war
In Windows 11 ist die relevante Einstellung nicht in den modernen Energieoptionen zu finden.
Öffnet man lediglich:
Einstellungen → System → Energie & Akku
Systemsteuerung → Energieoptionen
findet sich dort kein Hinweis auf den Schnellstart.
Der Grund ist, dass diese Option nicht zu den Energieprofilen gehört,
sondern ausschließlich in den klassischen Netzschalter-Einstellungen existiert – und dort standardmäßig ausgeblendet ist.
Erst über den klassischen Aufruf der Systemsteuerung (z. B. über Ausführen → control) gelangt man zu:
Also Windows Logo, rechts Klick, Aministrator Terminal (CMD) und dort dann ![]()
dann geht das richtige Einstellungsfenster auf, aber wir können noch nicht
Systemsteuerung →
System und Sicherheit →
Energieoptionen →
Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll
die relevanten Optionen zunächst gesperrt.
Erst nach dem Klick auf:
Zitat„Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar“
werden zusätzliche Optionen sichtbar, darunter:
„Schnellstart aktivieren (empfohlen)“ <----- und die muss weg!!!
Da diese Freischaltung administrative Rechte erfordert,
ist die Option ohne Administrator-Kontext faktisch nicht erreichbar.
Ergebnis:
Nach dem vollständigen Deaktivieren von Ruhezustand und Schnellstart:
– Windows 11 ändert die UEFI-Bootreihenfolge nicht mehr
– openSUSE bleibt dauerhaft das Standardsystem
– sowohl „Herunterfahren“ als auch „Neustart“ sind unkritisch
– kein erneutes Eingreifen im BIOS notwendig
Status:
Das System verhält sich seitdem stabil. Windows-Updates wurden bislang ohne erneute Änderung der Bootreihenfolge durchgeführt.
Vielleicht hilft diese Zusammenfassung anderen bei ähnlichen Dualboot-Problemen.
Wünsche weiter viel Erfolg mit eurem Computerzeug