Roter Faden für openSUSE-Neuankömmling (Erfahrungen mit Ubuntu vorhanden) - Notebook mit FDE und Entschlüsselung über TPM 2.0

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  • Hallo zusammen,


    ich bin seit Jahren Ubuntu-User gewesen. Das System lief meist und machte verhältnismäßig wenig Ärger bis Canonical das nächste Experiment austesten musste (snap ist so ein Beispiel).

    Gleichwohl ist mein Problem ständig Arbeitskollegen, Familienangehörigen, Freunden und Bekannten beim Thema "Computer und Smartphone" helfen zu müssen, die hin und wieder von Windows zu Linux wechseln wollen.

    Entsprechend ist mir wichtig das Betriebssystem möglichst gut zu kennen.


    Meine Erfahrung war bisher, wer auf Ubuntu war, blieb da meist auch. Dies sogar "trotz" oder teilweise aufgrund der GNOME-Oberfläche. Für mich ist GNOME näher an MacOS, welches ich vor meinen Umstieg auf Linux verwendete.

    Mit meiner Entscheidung des Wechsels zu einer anderen Distribution kam gleichzeitig der Wunsch auf, das System möglichst sicher zu machen.

    Sicher heißt vor Hackingsangriffen (online und offline - letzteres z.B. aufgrund eines Diebstahls), aber auch die Datensicherheit in Form von Backups.


    Nach einigen Versuchen mit unterschiedlichen Distributionen war der ausschlaggebende Punkt die Festplattenvollverschlüsselung, welche mich 2025 länger auf openSUSE Tumbleweed verweilen ließ. Die Häufigkeit der Updates waren mir aber doch zu viel und Slowroll ist weiterhin im Beta-Status.

    Somit habe ich seit der Veröffentlichung openSUSE Leap 16.0 installiert und bin damit nicht so richtig zufrieden, da ich immer wieder auf Probleme stoße.

    Derzeit traue ich mich nicht openSUSE einen potentiellen Windows-Wechsler zu empfehlen.

    Bei meinen ganzen Problemen mit openSUSE bin ich mal in der Dokumentation oder im Wiki fündig geworden, mal extern (curius.de, was von Perplexity gerne als Quelle verwendet wurde) und selten hier im Forum.

    Dies ist somit mein Versuch openSUSE eine Chance zu geben und meine Fragen zu klären.


    Mein Rechner ist ein HP Elitebook 845 G9. Darin gibt es nur einen Steckplatz für eine NVME. openSUSE Leap 16.0 ist im Dual Boot mit Windows 11 installiert.

    SecureBoot ist derzeit aktiviert.


    Meine Probleme mit openSUSE Leap 16.0 (die mir spontan einfallen):

    hplip lief nicht auf Anhieb. Es fehlte ein Paket, welches nicht im Standard-Repositority vorhanden war (packman ist installiert).

    Virtualbox habe ich bis heute nicht zum Laufen bekommen.

    Die Festplattenvollverschlüsselung ist zwar eingerichtet, aber seit einem Firmwareupdate unter Windows 11 bekomme ich es nicht mehr hin, dass diese über den verbauten TPM 2.0 Chip automatisch entschlüsselt wird.

    Ganz selten funktioniert nach einem Standby das Wireless-Modul nicht mehr und es braucht einen OS-Neustart.

    Eine Systemaktualisierung für Elitebook 8x5 G9... liegt laut der App Software unter Aktualisierungen an. Die klappt aber nie, was wahrscheinlich an meiner Umsetzung der Festplattenvollverschlüsselung liegt:

    • Unverschlüsselt sind /boot/efi (FAT32), Microsoft reserviert (unbekannt), Windows-Partition (NTFS), Windows-Wiederherstellungsumgebung (NTFS)
    • Verschlüsselt in einem LVM2 PV mit LUKS2 sind / (Betrfs), /home (ext4) und SWAP


    Ein Bekannter, welcher schon immer Verfechter von SuSE war, habe ich vor kurzem getroffen und er sagte mir, dass Leap 16.0 am Anfang nicht so gut war und ich das System neu installieren solle. Das werde ich sicher nochmal tun, jedoch möchte ich dann "alles" richtig machen.


    Meine Anforderungen sind:

    1. Verwendung des GNOME Desktops
    2. Festplattenvollverschlüsselung mit Entschlüsselung über den TPM 2.0 Chipsatz
      1. Mein Szenario: Sollte das Notebook mal abhanden kommen, soll niemand an meine Daten kommen. Klar ist, dass bei dieser funktionierenden Variante nur mein Benutzerkennwort die "letzte Bastion" darstellt bzw. erst nach entsprechenden Hackerversuchen der TPM 2.0 Chipsatz keine automatische Entschlüsselung mehr vornimmt
    3. Aktiviertes Hibernation wäre toll, da am Arbeitsrechner der Komfort eines Ruhezustands manchmal sehr praktisch ist und ich diesen am Privatrechner auch gerne hätte
    4. Das System soll möglichst alle Energiesparfunktionen des Notebooks nutzen und selbst nach dem Standby weiterhin ordnungsgemäß stabil laufen
    5. Funktionierendes hplip (Einsatz von einem HP Multifunktionsdrucker einschließlich Scan- und Faxfunktion)
    6. Funktionierende Virtualbox
    7. (unfreies) Multimedia unterstützen, also die notwendigen Codecs installieren, ggf. fehlende Schriftarten usw.
    8. Umsetzung auch auf anderen Notebooks, nicht nur auf mein jetzt vorhandenes.


    Fragen, die mir dazu direkt einfallen

    1. Ist es - abgesehen von meiner sicher vorhandenen Fehlkonfiguration - sinnvoll openSUSE Leap 16.0 neu zu installieren?
    2. Wann soll ich als User am besten wo recherchieren?
      1. Wann ist welche Dokumentation hilfreich?
      2. Wann das Forum?
      3. Welche Quellen, egal ob Englisch oder Deutsch, sind besonders empfehlenswert?
      4. Welche Quellen gelten eher als vermeidbar?
    3. Gibt es einen Leitfaden zur Einrichtung der Vollfestplattenverschlüsselung (fde - Full Disk Encryption) mit dem TPM 2.0 Chipsatz?
      1. Tipps zur derzeitigen Idealeinrichtung?
      2. Welche Partitionierung wird empfohlen?
      3. Wird dafür grub2-bls benutzt?
      4. SecureBoot muss für Hibernation deaktiviert bleiben, korrekt?
      5. Gibt es einen Leitfaden wie bei Updates zum Beispiel über Windows die Entschlüsselung über TPM 2.0 reaktiviert wird?
    4. Leitfaden zur Einrichtung vor Energiesparfunktionen des Notebooks?
      Vor allem ein anschließender Funktionstest der Hardware ist sicher sinnvoll.
    5. Leitfaden zur Einrichtung von Hibernation? (SecureBoot muss dafür deaktiviert sein, oder?
    6. Welche Repositorys sollen nach der Installation aktiviert werden? Gibt es eine Anleitung dazu?
    7. Einrichtung des (unfreien) Multimedias
    8. Einrichtung von hplip und VIrtualbox
    9. Gibt es eine Anleitung für ein Backup und Restore?
      1. Werden die Snapshots in Betrfs in Leap 16.0 wie in Tumbleweed automatisch angelegt? Wie können diese eingesehen werden? Wie wiederhergestellt?
      2. Welche Backup-Software - vor allem für die Userdaten - wird am besten verwendet?

    Ich werde nach der Beantwortung der ganzen Fragen meine Neuinstallation angehen und schreibe gerne dann ins Forum, wo es dann hängt. Meine Hoffnung ist damit ein roter Faden für alle anderen User, den ich schlichtweg nicht gefunden habe.

    Für den Inhalt des Beitrages 325279 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: Ignus

  • Moin,

    also ich, Kubuntu-User von 2006 - 2020, bin bei meiner "Kundschaft" mittlerweile dazu übergegangen, denen ein Debian stable zu installieren und habe damit gute Erfahrungen gemacht.

    Sehr solide und stabile Distri, gut dokumentiert und es gibt aktive und kompetente Foren (auch in deutsch) - einmal installiert verrichtet das System seine Dienste. Verschlüsselung und LVM ist natürlich ebenfalls ohne weiteres machbar.


    Ich selber verwende für mich Tumbleweed, Fedora und natürlich auch Debian - alle 3 laufen stressfrei und geschmeidig, TW und Fedora haben mir aber ein zu hohes Aktualisierungsvolumen, das möchte ich mir persönlich auf "Fremdrechnern" einfach nicht antun.

    Bei Debian bekommst du nur Sicherheitsaktualisierungen, bei Fedora und TW wird das gesamte System teilweise auch 2 mal im Monat neu ausgerollt, dafür hast du natürlich immer ziemlich aktuelle Programm-Versionen.


    Des weiteren, ich verzichte auf btrfs bei Dualboot/Multiboot - Grub, bzw. os-prober, zickt da oft rum.

    Zur Verschlüsselung - du brauchst unverschlüsselt eine Efi-Partition (ca. 500 MB, eingehängt unter /boot/efi) und eine Boot-Partition (2-3 GB, eingehängt unter /boot), den Rest dann verschlüsselt entweder in einem LVM oder halt einzeln, je nachdem was du halt möchtest.

    Für den Inhalt des Beitrages 325293 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: Feli

  • Verwendung des GNOME Desktops

    Möglich


    Festplattenvollverschlüsselung mit Entschlüsselung über den TPM 2.0 Chipsatz
    Mein Szenario: Sollte das Notebook mal abhanden kommen, soll niemand an meine Daten kommen. Klar ist, dass bei dieser funktionierenden Variante nur mein Benutzerkennwort die "letzte Bastion" darstellt bzw. erst nach entsprechenden Hackerversuchen der TPM 2.0 Chipsatz keine automatische Entschlüsselung mehr vornimmt

    Ob die Verschlüsselung funktioniert, kann ich nicht sagen, aber LVM sollte möglich sein.

    Aktiviertes Hibernation wäre toll, da am Arbeitsrechner der Komfort eines Ruhezustands manchmal sehr praktisch ist und ich diesen am Privatrechner auch gerne hätte

    Was ist aktives Hibernation?

    Ruhezustand sollte auch möglich sein, kommt aber immer auf die Hardwareunterstützung an.

    Das System soll möglichst alle Energiesparfunktionen des Notebooks nutzen und selbst nach dem Standby weiterhin ordnungsgemäß stabil laufen

    Siehe voriges.

    Funktionierendes hplip (Einsatz von einem HP Multifunktionsdrucker einschließlich Scan- und Faxfunktion)

    Funktioniert, Fax kann ich mangels Hardware nicht überprüfen.


    Funktionierende Virtualbox

    Funktioniert mit dem Virtualization Repo einwandfrei.

    (unfreies) Multimedia unterstützen, also die notwendigen Codecs installieren, ggf. fehlende Schriftarten usw.

    Funktioniert aus Packman Repo, was sind "fehlende Schriften"

    Umsetzung auch auf anderen Notebooks, nicht nur auf mein jetzt vorhandenes.

    Wenn die Hardware unterstützt wird.......

    Für den Inhalt des Beitrages 325297 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: Sauerland

  • zu 6. Repositories:


    -mit den Standard-Repos und dem Packman-Repo kommst du schon recht weit.

    -wenn bestimmte Pakete nicht auffindbar sind, lohnt es sich oft, die thematisch passenden opensuse-Zusatzrepos zu prüfen. Diese finden sich unter https://download.opensuse.org/repositories/ .... Leider hat sich hier über die Jahre ein gewisser Wildwuchs entwickelt. Viele Verzeichnisse beinhalten Repos, die nur bis zu früheren openSUSE-versionen gepflegt wurden. Aber die wichtigen sind auch für Leap 16 wieder da, z.B. https://download.opensuse.org/…tories/games/16.0/x86_64/, https://download.opensuse.org/…imedia:/apps/16.0/x86_64/ ...


    -tendenziell sehr vorsichtig bin ich bei den sog. 1-Click-Repos, wie sie z.T. im inzwischen kaum gepflegten Wiki angegeben werden. Ebenso Repos von einzelnen Nutzern aus dem OBS. Die können sehr schnell auch wieder verschwinden. Oder lösen Kompatibilitätsprobleme aus, wenn ein Paket irgendwann in den Haupt-Repos auftauchen sollte. Grundsätzlich ist bei den Repos Sparsamkeit zu empfehlen. Hier schlagen gelegentlich Leute auf, deren Probleme aus dem ständigen Hinzufügen der "1-Clicker" resultieren, und wo kein Mensch mehr in der Repoliste durchblickt...


    Multimediacodes lassen sich über die das Terminal mit "opi codecs" recht einfach dazu installieren. Das Packman-Repo ist danach in der Regel eingebunden.

    Wenn die unfreien NVidia-Grafiktreiber installiert werden sollen, erfolgt dies über ein Extra-Repo von NVidia. Noveau wird dann automatisch deinstalliert.


    Zitat

    Des weiteren, ich verzichte auf btrfs bei Dualboot/Multiboot - Grub, bzw. os-prober, zickt da oft rum.

    Das kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Wobei ich nur Erfahrungen mit einem parallel installiertem Windows bzw. zwei parallel installierten Windows vorweisen kann. Aber hier lief in den letzten Jahren alles rund. Die btrfs-Snapshots haben mir schon an der ein oder anderen Stelle den A... gerettet bzw. mich davor bewahrt, das System neu aufsetzen zu müssen. Gerade, wenn man etwas Halbwissen mitbringt, spielt man auch mal an kritischeren Systemteilen herum. Wenn openSUSE dann nicht mehr hochfährt --> einfach in GRUB in den vorigen Snapshot booten, dort "sudo snapper rollback" ins terminal tippen, neu starten und voila, man ist wieder auf dem vorigen Stand und kann weiterarbeiten! 8)

    Würde ich gerade experimentierfreudigen Leuten mit Linux-Halbwissen empfehlen. Oder z.T. auch Usern mit der Kombi Tumbleweed+geschlossener NVIdia-Treiber.

    Snaphots einsehen geht bis Leap 15.6 und noch in Tumbleweed unter Yast. Generisch gibt es zwar unter Linux Butter und btrfs-assistant, allerdings weiss ich nicht, ob diese in den Leap-16-Repos verfügbar sind.


    Snapshots werden grundsätzlich vor jedem zypper up angelegt.

    Für den Inhalt des Beitrages 325425 haftet ausdrücklich der jeweilige Autor: Spaceloop