Beiträge von letsfindaway

    Ich würde mich aber nun trotzdem ganz gern am Glaskugelschauen beteiligen ;)
    Also wenn es am Inhalt des Verzeichnisses .config/plasma-workspace nicht liegt, dann könnte aber doch das Nicht-Vorhandensein dieses Verzeichnisses einiges bewirken. Das folgende sind reine Annahmen:

    • Plasma könnte beim Start aus dem Nicht-Vorhandensein des plasma-workspace schließen, dass es zum ersten Mal gestartet wird
    • Deshalb könnte es einige initiale Aufgaben ausführen und zum Beispiel an anderer Stelle irgendwelche Defaults neu setzen oder die Sachen in .cache neu aufbauen
    • Das wiederum könnte dazu beitragen, dass eine wie auch immer geartete Miss-Konfiguration wieder geradegebogen worden ist

    Nur mal so als Gedankenspiel. Ganz klar ist meine Glaskugel da auch nicht, werde sie mal wieder polieren müssen ^^

    Also, inzwischen habe ich einiges über LVM Snapshots gelesen und möchte meine Erkenntnisse hier mitteilen.


    Sehr nützliches Hintergrundwissen darüber, wie LVM Snapshots funktionieren, habe ich hier gefunden: LVM snapshots explained - Clever Net Systems. Wenn ein LVM Snapshot erstellt wird, dann passiert erst mal nicht viel, außer dass ein weiteres Volume für den Snapshot angelegt wird, das erst einmal leer ist. Sobald dann aber auf das Original Volume geschrieben wird, aber erst dann, werden die ursprünglichen Daten in den Snapshot kopiert. Der Snapshot wächst dann über die Zeit, je mehr Blöcke auf dem Volume verändert werden. Mehr Details liefert der obige Link.


    Nützlich fand ich auch dies: LVM Snapshots – Thomas-Krenn-Wiki, denn da wird ganz klar gemacht wozu die Snapshots gedacht sind: nämlich um konsistente Backups eines Live-Systems zu machen. Ein Backup dauert ja einige Zeit, und währenddessen können weiter Daten verändert werden. Macht man nun vor dem Backup einen Snapshot und sichert dann den Snapshot, so hat man auch jeden Fall einen zeitlich punktgenauen Zustand. Ist das Backup fertig, kann man den Snapshot wieder löschen. Sehr nützlich für Backups von laufenden Servern.



    Den Snapshot wieder zu löschen ist auch deshalb notwendig, weil die I/O Performance eines Volumes sinkt, solange ein Snapshot existiert. Dann müssen nämlich bei jedem Schreibvorgang weitere Tabellen konsultiert werden, die festhalten, ob der Block bereits in den Snapshot kopiert wurde oder ob dies noch zu erfolgen hat. Hat ein Volume mehrere Snapshots, so wird das nicht besser...



    Das macht auch der letzte Absatz in diesem Post deutlich: Articles - Understanding LVM snapshots and how to use them.



    One last point, and this is very important: Once a snapshot has served its purpose, it must be removed using "lvremove" or merged back into it's source LV using "lvconvert --merge". If you do not do this, it will continue to grow until all its allocated space is used. When the snapshot is full, it is disabled, which prevents you from remounting the source logical volume.

    Man sollte sich also genau überlegen, wozu man LVM Snapshots einsetzt. Gut vorstellen kann ich mir, dass ein Snapshot vor einem größeren System Upgrade sinnvoll ist. Hat das Upgrade geklappt, entfernt man den Snapshot. Ansonsten kann man auf ihn zurückfallen. Mehrere Snapshots aber auf längere Sicht zu halten, um vielleicht auf einzelne Dateien daraus zugreifen zu können, ist aber wohl keine so gute Idee.


    Meine persönliche Schlussfolgerung: Für meinen Einsatzfall sind LVM Snapshots nicht wirklich gut geeignet. Einfache Backups tun's da erst mal genauso.

    Borgbackup hab ich schon von dir gelernt und verwende ich für meine /home Partition. Da hab ich mit all den Fotos so um die 100.000 Files, und in zweieinhalb Minuten ist ein neues Delta Backup fertig! So stelle ich mir das vor! Deutlich flotter als backintime, was mein alternativer Kandidat gewesen wäre.


    Snapper mit ext4 war nicht die Frage, sondern Snapper mit LVM. Was da dann als Filesystem drüber liegt, ist ein anderes Thema.


    Beim Risiko würde ich eher auf die LVM Snapshots schauen, die gehen ja mit den Bits um. Ich vermute dass snapper nur noch lvcreate --snapshot aufruft, und ich mir deshalb nur Gedanken über die Stabilität von LVM Snapshots machen muss, nicht aber (zumindest nicht primär) über die von snapper. Eine "Snapper Partition" in dem Sinne gibt es ja nicht, und Snapper werkelt soweit ich das sehe auch nicht selbst an den Bits rum.


    Aber du hast recht: ich muss nur eben auch meine root Partition mit borgbackup sichern, dann hab ich auch meine Snapshots. Direktes Booten vom Snapshot geht sowohl mit LVM als auch mit borgbackup nicht, da ist also kein Unterschied.


    Nur: kann ich wirklich im laufenden Betrieb ein Backup meiner /root Partition einspielen? Ist da ein Snapshot nicht irgendwie "atomarer", d.h. der gesamte Reset als ein Vorgang, statt dem schrittweisen Zurücksichern vieler Files? Aber das ist nur so ein Gefühl.

    Hallo zusammen,


    vor einiger Zeit hatte ich ja schon mal eine Diskussion über btrfs hier losgetreten. Nun bin ich glücklich bei ext4 für das root Filesystem und freue mich über kurze Bootzeiten und eine stabile Installation ohne Hänger. Ob man Snapshots nun braucht oder nicht wurde auch kontrovers diskutiert: Ich kann gut ohne leben, aber wie das so ist im richtigen Leben, vielleicht braucht man sie doch mal? Angeregt durch diesen Post über die Snapper GUI habe ich dann weiter nachgelesen und festgestellt, dass Snapshots auf thin provisioned LVM volumes von Snapper ebenfalls unterstützt werden, und das nicht nur experimentell. Auf dem LVM Volume darf dann ext3, ext4 oder XFS laufen (siehe hier). Nun habe ich mich gefragt, ob ich so nicht auch mit ext4 noch zu vernünftigen Snapshots komme!


    Snapper ist ja im Grunde lediglich ein Verwaltungstool. die eigentlichen Snapshots werden ja von btrfs oder eben LVM erzeugt. LVM Snapshots arbeiten ja erst mal auf einer anderen Ebene und sind damit weitgehend unabhängig vom darüber liegenden Filesystem. Wenn LVM Snapshots für meine Zwecke geeignet sind, dann könnte man doch...


    Meine Idee ist also:

    • Ein Logical Volume einrichten, das lediglich aus einer Partition besteht
    • Darauf thin provisioned meine Boot Partition erstellen
    • Diese ext4 formatieren
    • Und dann mit den LVM Snapshots und Snapper doch noch in den Genuss der Snapshot-Funktion kommen

    Und meine Frage:

    • Ist das eine gute Idee?
    • Hat jemand Erfahrung mit LVM Snapshots?
    • Sonst noch Tipps?

    Danke!

    Damit ist das Statement von Michael Kofler der subjektive Endpunkt dieser Diskussion. Ich schließe mich seiner Einschätzung an.


    Danke an alle, die so rege mitdiskutiert haben!

    Also ich hab jetzt Suse Leap 15.0 neu installiert, mit ext4 für die root Partition. Dank einiger Tipps von euch ging das innerhalb von einer Stunde! Dabei habe ich auch noch meine riesige 300GB root Partition in 2 mal 150 GB aufgeteilt und das System in die eine Hälfte installiert. Die zweite steht dann für eventuelle Upgrades zur Verfügung - oder auch als Sicherung vor größeren Updates. Nachdem ja fast alle Einstellungen in der /home Partition gehalten werden, war das System nach so kurzer Zeit wieder im gleichen Zustand wie vorher.


    Wenn ihr hier nichts mehr zu diesem Thema von mir hört, dann bin ich mit ext4 zufrieden.

    Hmm, zum Thema Rauchverbot hab ich auch eine Meinung, aber die äußere ich nicht in diesem Forum ;)


    Schön, dass btrfs bei euch so problemlos läuft und ihr die Vorteile auch nutzen könnt. Ich will ja gar nicht prinzipiell gegen btrfs sein.


    ABER: bei mir hat es den Rechner 20min zum Stillstand gebracht, und viele andere bestätigen eine ähnliche Erfahrung. Das scheint also nicht nur mein Fehler zu sein, sondern ein immer wieder auftauchendes Problem. Also wäge ich für mich ganz persönlich ab:

    • btrfs und die Gefahr, immer wieder diese Hänger zu haben, oder
    • ext4, mit dem mir persönlich noch nie was passiert ist, und der Verzicht auf die Snapshots

    Bei einem System, das sehr nahe an der Standard-Distribution ist und nur wenige Veränderungen aufweist habe ich auch keine große Angst vor Updates. Dazu habe ich ja Leap und nicht Tumbleweed. So schlecht testet openSUSE dann auch wieder nicht. Mit einer größeren Zahl von Fremdprogrammen o.ä. sähe das sicher anders aus.

    Da habe ich ja eine rege Diskussion ausgelöst! Ich fasse mal zusammen:


    sterun: "Auch wenn es machnche nicht hören möchten, aber das war auch EIN Grund für mich, wieder auf ext4 zu wechseln."
    dr_fred: "Ich hatte auch dieses Problem. Regelmäßig war der Rechner nach dem hochfahren eine halbe Stunde lang blockiert. ... Jetzt hab ich alle Festplatten auf ext4 und keine Probleme mehr."
    Camaro: "Mit ext4 ist Ruhe."
    ThomasS: "habe auf vier verschiedenen Rechnern BTRFS am Laufen. Und das ohne Probleme und ohne mein Dazutun..."
    Muederkrieger: "Bei der 15.0 startet das ganze aber spätestens bei jedem zweiten Start und läuft gut eine halbe Stunde, und das nervt schon extrem."
    caroline: "Es nervte nur. Am Wochenende alles auf ext4."
    Alero: "Für mich sind btrfs und snapper ein Krampf. Würde ich nie einsetzen, habe ich noch nie gebraucht."


    Ich glaube, da gibt es eine klare Mehrheitsmeinung, der ich mich anschließe.


    Caroline, auch deinem durchaus auch emotionalen Post kann ich in weiten Teilen zustimmen. Ich halte mich nicht für einen DAU, aber ich habe openSUSE gewählt, weil ich die Erwartung hatte, dass ich dort gute und sinnvolle Voreinstellungen erhalte. Mein Ziel ist es ein System zu installieren, das möglichst nahe am Auslieferungszustand der Distribution ist, weil ich mir dann eine stabile und getestete Konfiguration erwarte. btrfs hat diese Erwartung voll enttäuscht. Ich bin kein Filesystem-Spezialist und habe bisher noch nie btrfs benutzt, aber die Featureliste und die Tatsache, dass dies openSUSE Standard ist, haben mich dazu bewogen, es zu versuchen.


    Ich will mit meinem Computer ganz einfach arbeiten, nicht ständig rumkonfigurieren und möglichst wenig böse Überraschungen erleben. btrfs passt da nicht rein.


    Wenn ich mal wieder etwas Zeit habe, dann mache ich eine komplette Neuinstallation mit ext4 auf der root Partition. Die Zahl der dazuinstallierten Pakete hält sich im Rahmen, genau 2 Konfigurationsdateien habe ich manuell geändert und eine dritte eingefügt. Das ist überschaubar. Ich habe die Hoffnung, dass die Neuinstallation alle meine unter /home gespeicherten Einstellungen wiederfindet. Dann muss ich lediglich wieder meine Drucker einrichten, und das geht in openSUSE ja wirklich supereinfach. Ich hab mir schon mal eine Liste gemacht, und die kann ich ja spätestens beim nächsten größeren Versionsupdate wieder brauchen. Dann brauche ich auch keine Snapshots, weil ich im Notfall das System einfach neu aufsetze.


    Mein Fazit: openSUSE: ja gerne! btrfs: nie wieder!