Beiträge von lush

    Scott James Remnant hat bekannt gegeben, dass Upstart, der ereignisbasierte und spürbar schnellere Ersatz für System V-Init, in der Version 1.0 veröffentlicht wurde.



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    Upstart Logo
    Upstart wurde ursprünglich für Ubuntu entwickelt, wird inzwischen aber auch von anderen Distributionen, beispielsweise Fedora, Chromium OS oder Debian, genutzt. Dienste und Services werden dank Upstart ereignisbasiert gestartet oder beendet und können parallel gestartet werden, was unter anderem den Bootvorgang beschleunigt. Upstart ist in der Lage, von anderen Prozessen ausgelöste Ereignisse zu interpretieren und unerwartet beendete Dienste neu zu starten. Zukünftig soll Upstart Programme auch zeitgesteuert auslösen können.Nachdem alle ursprünglich für Upstart geplanten Features implementiert sind und stabil laufen, hat sich der Entwickler und Upstart-Initiator Remnant entschlossen, den Versionssprung auf die 1.0 zu wagen. Der Code basiert auf der Version 0.6.7 und enthält einige Fehlerbehebungen. Remnant empfiehlt ein Update und geht davon aus, dass nirgends unangenehme Überraschungen zu erwarten sind. Upstart 1.0 ist als Quelltext-Tarball in Ubuntus Launchpad verfügbar. Im Downloadbereich des Projekts und in den Repositoriums von Ubuntu, Debian und Fedora sollte die neue Version in Kürze auftauchen.
    Aus: Pro-Linux

    Der Entwickler Satoshy Nagayasu von der Firma Uptime Technologies hat einen Query-Cache für PostgreSQL entwickelt, der die Geschwindigkeit einiger Abfragen der freien, objektrelationalen Datenbank um den Faktor 10 bis 100 steigern soll.



    Der PostgreSQL Query Cache (PQC) basiert auf Memcached und wird vor PostgreSQL geschaltet, wo der Cache wie ein Proxy eingesetzt wird. PQC lauscht auf einem anderen Port als PostgreSQL, voreingestellt ist der Port 9999. Der Cache speichert von PostgreSQL zurückgelieferte Ergebnisse von SELECT-Queries zwischen. Erfolgt innerhalb der Vorhaltungszeit eine identische Anfrage, wird diese gleich von PQC beantwortet. Unbekannte Anfragen werden an PostgreSQL weitergereicht.PQC unterstützt den aktiven Cache-Modus, bei dem alle SELECT-Anfragen, die nicht nutzerspezifisch sind, zwischengespeichert werden. Im passiven Cache-Modus werden dagegen nur nutzerspezifische Anfragen berücksichtigt. Die im Cache vorgehaltenen Daten werden mit einer Verfallszeit (30 Sekunden voreingestellt) versehen, so dass sichergestellt ist, dass kein Speicher für selten angeforderte Abfragen verbraucht wird. Mittels sogenannter Hint-Kommandos kann der Chache gelöscht, aktualisiert sowie zur Laufzeit ein- und ausgeschaltet werden.
    PostgreSQL Query Cache ist für 32 Bit- und 64 Bit-Architekturen in Form von (S)RPM-Paketen im Download-Bereich von Uptime Technologies verfügbar.
    Aus: Pro-Linux


    Die Linux Foundation hat bekannt gegeben, dass die Umgebungen zur Generierung eingebetteter Linux-Systeme Yocto und OpenEmbedded enger kooperieren werden. Eine Reihe von Firmen beteiligt sich mittlerweile an der Entwicklung.


    Das Yocto Project ist eine Arbeitsgruppe, die nach der Verschmelzung des CE Linux Forum mit der Linux Foundation gegründet wurde. Sie stellt im Kern ein ein Bausystem, Poky, für die vier Architekturen ARM, MIPS, PowerPC und x86 (32 und 64 Bit), bereit. Poky weist nach eigenen Angaben dieselbe Architektur auf wie OpenEmbedded und stellt im Prinzip eine stabilere Teilmenge von OpenEmbedded dar.
    Das Projekt soll nun enger mit der OpenEmbedded-Gemeinschaft zusammenarbeiten. Dazu soll das Yocto Project seine Technologie in OpenEmbedded einbringen. Vertreter von OpenEmbedded sollen in den Vorstand von Yocto berufen werden. Zusätzlich wollen beide Projekte einen gemeinsamen Kern von Komponenten und Baurezepten nutzen. Dadurch soll eine Aufspaltung verhindert werden. Die OpenEmbedded-Technologie soll der führende Standard für Bausysteme für eingebettetes Linux werden.
    Eine Reihe von Firmen, darunter Cavium, Dell, Freescale, Intel, LSI, Mentor Graphics, Mindspeed, MontaVista, NetLogic, RidgeRun, Texas Instruments, Tilera, Timesys und Wind River, wollen beide Projekte unterstützen. Laut Linux Foundation ist Linux bereits jetzt weit verbreitet im Markt der eingebetteten Systeme und soll noch weiter zulegen. Eine Studie vom letzten Jahr ergab, dass für die Hersteller von eingebetteten Systemen in 44,6% die Kosten und in 33,1 die Verfügbarkeit des Quellcodes eine entscheidende Rolle spielte. Mit den vereinfachten Anpassungsmöglichkeiten, die Yocto und OpenEmbedded bieten, können Hersteller die Kosten weiter senken.
    Aus: Pro-Linux


    Die zweite gemeinsame Konferenz von Gnome und KDE unter der Bezeichnung Desktop Summit wird vom 6. bis 12. August in Berlin stattfinden. Die Organisatoren rufen nun zur Einreichung von Vorträgen auf.


    Die erste gemeinsame Konferenz der beiden größten freien Desktop-Systeme, KDE und GNOME, wurde 2009 in Las Palmas de Gran Canaria veranstaltet. Nachdem alle Beteiligten diese Kooperation als großen Erfolg gewertet hatten, wurde beschlossen, diese Konferenz 2011 zu wiederholen. Als Veranstaltungsort wurde Berlin und als Name »Berlin Desktop Summit 2011« ausgewählt. Teilnahmeberechtigt sind alle Nutzer. Es spielt dabei keine Rolle, ob es sich um Gnome- oder KDE-Entwickler, Übersetzer oder Anwender handelt.
    Die Organisatoren der Veranstaltung haben nun einen Call for Participation veröffentlicht. Gesucht werden Vorträge zu verschiedenen Themen. Unter anderem sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie Gnome und KDE besser zusammen arbeiten können, und der Einsatz der beiden Umgebungen auf mobilen Plattformen soll aufgezeigt werden. Doch auch freie Netzwerke und soziale Netze sind ein Thema der Veranstaltung. Darüber hinaus sollen aber auch plattformspezifische Vorträge nicht zu kurz kommen. Unter anderem suchen die Organisatoren nach Vorträgen zu Gnome 3.0 und Verbesserungen in KDE-Applikationen.
    Der Desktop Summit in Berlin wird vom 6. bis zum 12. August 2011 an der Humboldt-Universität zu Berlin stattfinden. Interessierte Teilnehmer können sich ab sofort anmelden und noch bis zum 25. März Vorschläge einreichen.
    Aus: Pro-Linux



    Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth hat sich für die Probleme in der Kommunikation mit den Banshee-Entwicklern und der Gemeinschaft entschuldigt, hält aber am Kurs von Canonical fest.


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    Mark Shuttleworth
    In den letzten Tagen war bekannt geworden, dass Canonical 75% der Umsatzbeteiligung, die durch Einkäufe bei Amazon über Banshee gezahlt wird, einbehalten will. Technisch möglich wird das durch eine Änderung des Affiliate-Codes, der im Amazon-Plugin von Banshee steckt, und da Banshee freie Software ist, ist das auch durch die Lizenz gedeckt. Canonical steuert ein weiteres Plugin für Banshee bei, das den eigenen Ubuntu One Music Store ansteuert. Beide Plugins sollen standardmäßig aktiviert sein, und die von beiden generierten Einnahmen sollen zu 25% an die Banshee-Entwickler gehen, die das Geld bisher vollständig der GNOME Foundation stiften.Nicht nur das prinzipielle Vorgehen von Canonical mit der Änderung des Affiliate Codes wurde von verschiedenen Nutzern kritisiert, sondern auch die Art der Kommunikation. Schon beim Ubuntu-Entwicklertreffen, bei dem beschlossen wurde, Banshee zum Standard-Medienplayer zu machen, wurde nicht an die Implikationen für die Store-Plugins gedacht, wofür sich Shuttleworth nun entschuldigt. Ferner entschuldigt er sich für das erste Angebot an die Entwickler, das Plugin zu deaktivieren und den Affiliate-Code unangetastet zu lassen. Die Person, die dieses Angebot machte, sei dazu nicht berechtigt gewesen. Die nachträgliche Rücknahme dieses Angebotes, das die Banshee-Entwickler gern angenommen hätten, sorgte natürlich für Unmut.
    Shuttleworth ist klar, dass es immer Streit geben kann, wenn bezahlte und freiwillige Entwickler eine Gemeinschaft wie die von Ubuntu bilden. Er lässt eine Erläuterung der Prinzipien von Canonical folgen. Canonical bezahle die direkten Kosten der Entwicklung von Ubuntu. Dass darüber hinaus erhebliche Beiträge aus der Gemeinschaft kommen, schmälert seiner Ansicht nach nicht die Investition von Canonical. Das Geschäftsmodell des Unternehmens sei, optionale kostenpflichtige Dienste auf Basis von Ubuntu anzubieten. Nur dadurch sei es möglich, Ubuntu als freies Desktop-System anzubieten. Im Gegensatz dazu seien einige andere Linux-Desktops - er nennt auf Nachfrage Red Hat Workstation und Suse Linux Enterprise Desktop - fast so proprietär wie Windows und Mac OS X.
    Laut Shuttleworth wird Canonical stets bemüht sein, seine Einnahmen mit relevanten Projekten zu teilen, die das alles möglich machen. Er bedauert, dass die Position von Canonical bisher nicht hinreichend dokumentiert wurde, und will das nachholen. Er erwartet, dass solche Streitfälle künftig noch öfter aufkommen. Im Interesse einer lebendigen und innovativen Gemeinschaft lädt er alle Projekte ein, eine Partnerschaft mit Canonical einzugehen. Ferner solle auch die Kommunikation verbessert werden. Beispielsweise können Probleme ähnlicher Art im Bugtracking-System von Ubuntu dokumentiert werden.
    Aus: Pro-Linux



    Das GIMP-Entwicklerteam traf sich zu einer Beratung im IRC. Auf dem Plan standen die baldige Freigabe von GIMP 2.8, Features für GIMP 3.0 und der Google Summer of Code.


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    »Ein-Fenster-Modus« in Gimp 2.7.1
    ev_Meeting_28_Feb_2011" wcf_href=http://gimp-wiki.who.ee/index.php/Hacking:Dev_Meeting_28_Feb_2011>Das Treffen hatte einige dringende Themen zu lösen. Die Bewerbungsfrist für den Google Summer of Code läuft, und es werden Projektvorschläge gesucht. Im Rahmen des Treffens konnten keine Vorschläge und keine Mentoren für Projekte gefunden werden, Interessenten können sich aber noch bei den Entwicklern melden.Ebenfalls sollte dringend eine neue Testversion von GIMP veröffentlicht werden, so dass GIMP 2.8 endlich erscheinen kann. Jeder solle sich nun intensiv der Bearbeitung von Fehlern widmen. Der Ein-Fenster-Modus von GIMP 2.8 muss noch fertiggestellt werden, und die Ebenen-Gruppen benötigen einige Korrekturen.
    Nachdem das GIMP-Wiki wieder in Gang gesetzt wurde, stellte das Team dort eine Roadmap online, die die weitere Entwicklung umreißt. Die geplanten Features wurden priorisiert, und GIMP 3.0 soll nach einem möglichst kurzen Entwicklungszeitraum erscheinen. Der Schwerpunkt von GIMP 3.0 soll die Portierung auf GTK+ 3 und die Verwendung von mehr Bits pro Farbe (Integration von GEGL) sein. Grund für die Eile ist, dass GTK+ 2 hinsichtlich der Unterstützung von Grafiktabletts kaputt ist und keine Korrektur zu erwarten ist.
    Werden die derzeitigen Prioritäten aufrecht erhalten, so soll GIMP 3.2 die automatische Verwaltung von Ebenen-Grenzen (dies ist wohl das sogenannte nichtdestruktive Editieren) und Filterebenen bringen. GIMP 3.4 soll automatische Anker für schwebende Auswahlen und Unterstützung für JavaScript-Skripte erhalten. GIMP 3.6 soll dann Skripte aufzeichnen und wieder abspielen können, ferner soll es intelligente Objekte und Ebeneneffekte ermöglichen. GIMP 3.8 schließlich würde ein vereinheitlichtes Transformationswerkzeug integrieren. Ein Zeitplan existiert nicht, da eine Veröffentlichung erst erfolgt, wenn die Entwickler die Software als fertig ansehen.
    Aus: Pro-Linux


    Der Linux-Distributor Mandriva hat die zweite Alphaversion von Mandriva 2011 veröffentlicht. Sie enthält gegenüber der ersten Alphaversion einige Weiterentwicklungen sowie zahlreiche Aktualisierungen.


    Mandriva-Chefentwickler Eugeni Dodonov hat zwei Wochen nach der ersten Alphaversion von Mandriva 2011 die zweite angekündigt. Diese Alphaversion enthält laut der kurzen Ankündigung eine Vereinfachung der initialen Einrichtungsschritte, den aktuellen Kernel 2.6.37.2, das neueste networkmanager-mdv-Plugin, einen Wechsel von scim zu ibus als Eingabe-Framework, weitere Arbeiten an der Integration von systemd und viele Paket-Updates.
    Die Entwicklung von Mandriva Linux 2011 kann im Wiki von Mandriva verfolgt werden. Hier sind auch die geplanten Neuerungen aufgeführt. Der Terminplan sieht vor, dass am 14. März die erste Betaversion erscheint, am 11. April die zweite und am 9. Mai ein Veröffentlichungskandidat. Die offizielle Veröffentlichung soll am 13. Juni erfolgen.
    Die zu Mandriva Linux 2011 Alpha2 gehörigen Images für 32- und 64-Bit-Architekturen sind auf verschiedenen Spiegel-Servern verfügbar. Es gibt nur noch eine Variante, die KDE als Standard-Desktop verwendet. Andere Desktops können aus den Archiven nachinstalliert werden. Installations- und Live-Medien, die andere Desktops wie GNOME 2, GNOME 3, Xfce, LXDE oder andere enthalten, werden von Mandriva nicht bereitgestellt.
    Aus: Pro-Linux



    Novell hat eine kostenlose Version von Sentinel Log Manager veröffentlicht. Im Gegensatz zur bereits verfügbaren Testversion ist diese Variante zeitlich nicht begrenzt, limitiert aber die Zahl der möglichen Ereignisse auf 25 pro Sekunde.


    Der nun in einer kostenlosen Variante vorstellte Sentinel Log Manager enthält alle Schlüsselfunktionen von Sentinel Log Manager inklusive der Einsammlung von Protokoll- beziehungsweise Log-Daten. Im Gegensatz zu der bereits seit geraumer Zeit verfügbaren Testversion ist die neue Version allerdings zeitlich nicht begrenzt, sondern in der Zahl der möglichen Log-Ereignisse limitiert. Laut Aussage von Novell können demnach bis zu 25 Einträge pro Sekunde abgearbeitet werden. Ferner ist es in der kostenlosen Version nicht möglich, eine verteilte Suche zu starten oder Log-Daten weiterzuleiten.
    Anwender erhalten mit Novell Sentinel Log Manager vorkonfigurierte Templates, aus denen sich schnell und einfach aktuelle Compliance- und Sicherheitsberichte erstellen lassen. Die Lösung ermöglicht dabei, zahlreiche Quellen zu überwachen, darunter Linux-Syslog und die Log-Einträge von diversen Unix-Derivaten. Das Produkt arbeitet zudem auch mit weiteren Lösungen von Novell für die Sicherheits- und Identitätsverwaltung zusammen.
    Ausführliche Informationen zur Funktionsweise geben die Web-Seite des Produktes sowie ein 20-minütiger Screencast. Der Sentinel Log Manager selbst kann ab sofort nach einer vorherigen Registrierung direkt von der Seite des Herstellers heruntergeladen werden. Als Zielplattform dient dabei Suse Linux Enterprise Server 11 mit Service Pack 1.
    Aus: Pro-Linux



    Der Netzbetreiber China United Network Communications Group will mit einem im eigenen Land entwickelten Linux-System gegen Android, Apple iOS und andere Mobilsysteme antreten.

    Das Ökosystem für mobiles Linux wird immer größer. Nach Android von Google, Bada von Samsung, MeeGo von Intel und diversen anderen Systemen kommt dieses Jahr auch noch China Unicom mit einem eigenem auf Linux beruhenden Betriebssystem für Smartphones auf den Markt. Wophone OS hat nach Angaben von Unicom nichts mit Ophone OS von China Mobile zu tun, das auf Android beruht.
    Noch in diesem Jahr sollen Geräte von Motorola, HTC, Samsung, Huawei, Sony Ericsson und Dell mit dem neuen System erscheinen. Diese Hersteller werden in China Geräte mit 8 cm Bildschirmgröße zu einem Preis von umgerechnet um die 380 Euro auf den Markt bringen. Insgesamt sieben Gerätemodelle sind für dieses Jahr geplant, die erste Charge soll in diesem Monat produziert werden.
    Das Betriebssystem wurde in China entwickelt, wobei China Unicom staatliche Fördermittel erhielt. Das Projekt begann bereits 2008, also kurz nach der Einführung von Android. Rund 200 Personen sollen an dem Projekt arbeiten.
    Während einige Analysten glauben, dass das Wophone OS es schwer haben wird, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, setzt Unicom auf seine leistungsfähigen Vertriebskanäle in China. Ein Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft und Technologie stellte heraus, dass damit das Monopol der ausländischen Unternehmen im Markt der Smartphone-Betriebssysteme gebrochen sei. Wophone OS unterstützt alle chinesischen 3G-Mobilstandards und den 4G-Standard LTE. Laut Unicom kann es nicht nur in Smartphones, sondern auch in Tablet-Rechnern, Fernsehern und Spielkonsolen eingesetzt werden.
    Aus: Pro-Linux


    Die Frage, ob und wieviel von den durch Banshee unter Ubuntu generierten Einnahmen von Canonical einbehalten werden sollten, erhitzt zur Zeit diverse Gemüter.

    Banshee ist ein Medien-Player mit Musik- und Videoverwaltung, der eine Zeitlang der Standard-Medienplayer in GNOME-basierten Linux-Distributionen war. Da er eines der wenigen Programme darstellt, die Mono benötigen, wurde er aus Platzgründen bei einigen Distributionen wieder aus der Standardinstallation gestrichen. Im kommenden Ubuntu 11.04 soll er jedoch wieder der Standard-Player werden und Rhythmbox ersetzen.
    Über ein Plugin besitzt Banshee eine Anbindung an den Amazon-MP3-Store, wobei durch einen entsprechenden Vertrag mit Amazon ein Teil des generierten Umsatzes an Banshee geht - die Entwickler geben als Anteil 10% an. Die Entwickler haben aber kein Interesse daran, dieses Geld für sich selbst zu verwenden, sondern spenden es zu 100% an die GNOME Foundation. Bis zum Dezember 2010 kamen so 1.800 US-Dollar zusammen, und künftig sollen es etwa 10.000 USD pro Jahr sein, wobei die Entwickler auf eine stetige Steigerung hoffen.
    Da nun Canonical in Ubuntu 11.04 wieder Banshee einsetzen will, steht das Amazon-Plugin in Konkurrenz zu Canonicals eigenem Ubuntu One Music Store. Auch für diesen Store existiert ein Banshee-Plugin. Umsatzbeteiligungen zahlte Canonical dafür bisher, soweit bekannt, nicht; wahrscheinlich existierte noch kein Abkommen mit dem Banshee-Team.
    Am 15. Februar kontaktierte Canonical das Banshee-Team, um ihm zwei alternative Vorschläge zu verbreiten. Entweder würde das Amazon-Plugin standardmäßig abgeschaltet, wäre aber leicht wieder einzuschalten, und der Umsatz würde wie bisher zu 100% Banshee zur Verfügung stehen. Oder aber das Amazon-Plugin würde aktiviert bleiben, aber der Affiliate-Code geändert, so dass Canonical 75% des Umsatzes erhalten würde.
    Die Entwickler entschieden sich für die erste Option, doch unerwarteterweise entschied Canonical am 24. Februar einseitig, die zweite Option zu wählen. Es ist davon auszugehen, dass Canonical in dem konkurrierenden Amazon-Plugin eine mögliche Bedrohung des Umsatzes mit dem eigenen Music Store sieht, und dafür einen gewissen Ausgleich beansprucht. Was sich zunächst sehr unfreundlich anhört und in den Kommentaren auch für heftige Kritik sorgte, muss jedoch nicht unbedingt so schlecht sein. Denn Canonical will nun zusätzlich auch 25% des Umsatzes, der über Banshee (und Rhythmbox) im Ubuntu-Store generiert wird, an GNOME spenden. Das Ergebnis wird, wie von einigen Kommentaren angesprochen wird, voraussichtlich ein höherer Betrag für Rhythmbox, Banshee und GNOME sein, der teils auch durch die steigende Verbreitung von Banshee zustande kommen dürfte.
    Aaron Bockover, einer der Entwickler von Banshee, äußert denn auch keine direkte Kritik. Er appelliert an Canonical, weiterhin den in Banshee eingebauten Web-Proxy auf banshee.fm zu belassen, so dass die Umsatzbeteiligungen direkt verbucht und kontrolliert werden können. Er sieht zudem bisher nicht, wann und wie Canonical mit den Beitragenden aus der Ubuntu-Gemeinschaft über dieses Thema kommunizieren will. Er bringt außerdem seine Hoffnung auf ein baldiges Erscheinen von Banshee 2.0 zum Ausdruck, das auch unter Windows und Mac OS X lauffähig sein wird. Auf diesen Systemen wird das Banshee-Team dann über die Amazon-Umsatzbeteiligung voll verfügen können.
    Laut einigen Kommentatoren hat Canonical mit dem Griff nach 75% der Amazon-Umsatzbeteiligung (die allerdings nur Ubuntu-Installationen betrifft), sich weiteren Kredit verspielt, dabei ginge es lediglich um ein paar tausend Dollar. Von der Lizenz her kann Canonical allerdings kein Vorwurf gemacht werden. Der Linux-Distributor hat wie auch alle Benutzer das Recht, Plugins zu nutzen, zu ignorieren oder gar abzuändern. Die Entwickler von Banshee wollen dies offenbar auch nicht ändern, denn damit würde Banshee einen Schritt in Richtung unfreie Software machen.
    Aus: Pro-Linux