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    Der Unix-Befehl dd erhält mit der neuesten Version 8.24 des Pakets Coreutils eine eigene Fortschrittsanzeige. Bisher dienten dazu externe Skripte.


    Von Ferdinand Thommes


    Die neue Version 8.24 der Coreutils, die jetzt in Debian Unstable verfügbar ist, bringt dd, dem Werkzeug für blockorientiertes Kopieren und Konvertieren, nach über 40 Jahren eine Fortschrittsanzeige. Da Kopieraktionen mit dd schon einmal länger dauern können, wenn es etwa um das Kopieren von Partitionen geht, wurde eine solche Fortschrittsanzeige bei dd lange schmerzlich vermisst.


    In Arch Linux ist die neue Version der Coreutils bereits seit einigen Wochen enthalten, Ubuntu bleibt vorerst noch außen vor. Bei Opensuse ist die passende Version im Rolling-Release-Ableger Tumbleweed enthalten, in Fedora 23 installiert ein Upgrade die neue Version. Um mit der neuen Ausgabe von dd eine kontinuierliche Fortschrittsanzeige zu erhalten, muss lediglich die Option status=progress an den üblichen Befehl angehängt werden. Dies lässt sich automatisieren, indem die Option in einen Alias eingepflegt wird.


    Bisher wurde eine Fortschrittsanzeige bei dd meist über externe Werkzeuge realisiert. So kann man sich die bisher übertragenen Blöcke anzeigen lassen, indem man dem dd-Prozess während des Kopiervorgangs das Signal -USR1 sendet. Alternativ kann das bei vielen Distributionen vorhandene und auf dd aufbauende Paket dcfldd benutzt werden, das in Schritten von acht MByte fortlaufend die bereits geschriebene Datenmenge anzeigt. Das ist aber auch nur sinnvoll, wenn die Gesamtgröße der zu schreibenden Datei bekannt ist. Ebenfalls auf dd baut dd-rescue auf, das eigentlich für Rettungsmaßnahmen gedacht ist und eine Fortschrittsanzeige mitbringt. Hier muss man sich allerdings an eine geänderte Kommandozeilensyntax gewöhnen.


    Eine weitere Alternative ist das Werkzeug Pipe Viewer, das den Paketnamen pv trägt und sich bei fast allen Distributionen in den Archiven findet. Pv lässt sich mit den passenden Optionen zur Durchgangsmessung in die Pipeline zwischen zwei Prozessen einschalten und zeigt an, wie schnell die Daten durchfließen, wie lange es bisher gedauert hat, wie viel bereits abgearbeitet ist und wie lange es schätzungsweise noch dauert.


    Das Paket Coreutils enthält die grundlegenden Hilfsprogramme für Textbearbeitung und Handhabung des Datei- und Betriebssystems. Neben dd finden sich dort unter vielen anderen auch Werkzeuge wie cat, chmod, chown, chroot, cut, date, echo, ls, md5sum, mkdir, nice, paste, printf, rm, sleep, wc und whoami.


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    Ocean stellt portablen Linux-Webserver vor
    von Florian Kalenda am 18. Januar 2016, 21:09 Uhr


    Das kalifornische Unternehmen Ocean hat einen Minicomputer vorgestellt, der von Grund auf als Webserver konzipiert ist. Die erste Version soll ab Februar für 149 Dollar ausgeliefert werden – wenn auch in limitierter Stückzahl. Im Lauf des Jahres sind zwei weitere, nicht beschränkte Konfigurationen für 179 und 199 Dollar mit mehr Speicher geplant. Für eine Lieferung nach Deutschland stellt das System zusätzlich 15 Dollar in Rechnung.


    Allen Konfigurationen gemeinsam ist das Gehäuse mit der Größe eines aktuellen Smartphones, auch wenn der 170 Gramm schwere Server kein integriertes Display mitbringt. Er nutzt eine mit 1 GHz getaktete ARM-CPU des Typs Cortex-A7, 1 GByte DDR3-RAM mit 480 MHz und in der limitierten Einsteigerversion eine Speicherkarte mit 16 GByte, zusätzlich zu fest verbauten 4 GByte. Er verfügt über einen USB-3.0-Port ebenso wie über Bluetooth 4.0 LE und einen WLAN-Chip für IEEE 802.11b/g/n.


    Ocean installiert Debian 8.1 Jessie mit dem Linux-Kernel 3.4.105+, Anwender können aber natürlich eine andere für ARM-Chips kompilierte Distribution nutzen, beispielsweise Ubuntu oder auch Android. Als Anwendungsbeispiele nennt Ocean Entwicklung und Betrieb von Webanwendungen mit Frameworks wie Node.js oder Ruby on Rails, einen Einsatz als modifizierter Router, als IoT-Hub oder für die Konfiguration von iBeacon- oder Eddystone-Informationssystemen.


    Der verbaute Akku ist mit 4200 mAh spezifiziert. Das reicht laut Hersteller für zwei Tage andauernde CPU-Nutzung. Der Server kann auch „Power-Bank“ zum Laden eines Smartphones genutzt werden, da er die 1,3-fache Kapazität etwa eines Apple iPhone 6 hat. Selbst lädt er über Micro-USB-Buchse (Dauer: 4 bis 5 Stunden) oder drahtlos nach dem Qi-Standard (mindestens 10 Stunden).


    Das Gehäuse, das an je einer Schmal- und Längsseite gekrümmt statt gerade ist und dadurch griffig wirkt, basiert laut Ocean auf einem Aluminium-Chassis. Es wird von Plastikabdeckungen umhüllt, die sich nur mit den richtigen Werkzeugen demontieren lassen, aber dann Änderungen an der Konfiguration (einschließlich Austausch der Speicherkarte) ermöglichen.


    Auf einen HDMI-Bildschirmanschluss hat Ocean bewusst verzichtet. Dies spare Akkulaufzeit und trage zur Sicherheit bei, erklärt es. Für den gedachten Einsatz als Mobile Server sei zudem kein Bildschirm nötig. Vielmehr lässt sich der Server über einen Browser von einem anderen System aus konfigurieren. Es besteht auch die Möglichkeit, über eine REST API auf Daten zuzugreifen oder Ocean direkt per SSH zu konfigurieren. Und schließlich gibt es eine Fernsteuermöglichkeit in Form einer App für Android und iOS, die per Bluetooth LE arbeitet – also nicht auf einem Umweg übers Internet.


    In seiner FAQ stellt sich Ocean selbst die Frage: Warum sollte man nicht stattdessen einen Raspberry Pi verwenden? Anders als der zu Recht beliebte britische Minirechner ist Ocean von Grund auf für seinen Einsatzzweck als portabler Server hin ausgerüstet, was anders als beim Pi das Gehäuse und die Funktechniken einschließt. Ein hochgerüsteter Pi habe vielleicht ähnliche Funktionen, sei dann aber wahrscheinlich weniger portabel, schreibt Ocean.


    Bisherige Minicomputer mit Linux oder Windows sind fast durchweg als Desktopersatz oder Mediacenter gedacht und werden zumeist direkt am HDMI-Port eines Bildschirms betrieben. Intel hatte beispielsweise auf der CES 2016 die zweite Generation seines Compute Stick vorgestellt. Statt Atom-CPUs sind nun Core-M-Prozessoren verbaut. Außerdem hat Intel die Speicherausstattung und die Konnektivitätsoptionen verbessert. Geplant sind drei Modelle – eins mit Windows 10 und zwei ohne vorinstalliertes Betriebssystem –, die im ersten Quartal in den Handel kommen sollen.


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