A posteriori lässt sich POP3 natürlich belächeln.
kde 4 wurde im Januar 2008 veröffentlicht. Damals war POP3 durchaus noch üblich und hatte den Vorteil, dass die Mails auf einen Rutsch runtergeladen werden konnten und nur für diese Zeit eine Internetverbindung notwendig war. Auch alle Anhänge sind dann auf dem Rechner vorhanden. Ich hatte schon damals ein riesiges Mailarchiv, u. a. aus Newsgroupbeiträgen, für die unter Windows in ein Mailprogramm quasi ein Newsreader integriert war. IMAP hätte bedeutet, dass ich dieses Mailarchiv auf einen Mailserver hätte hochladen müssen, um es wie gewohnt weiter nutzen zu können, was die maximale Speichermenge der üblichen Freemailer bei weitem überschritten hätte. Backups sind auf physikalischen Datenträgern leicht möglich.
Wenn man sich auf fremden Geräten per Webmail einloggt, hat POP3 den Vorteil, dass im Falle eines gehackten Accounts maximal die vorhandenen Mails korrumpiert werden können. Und zu allem Überdruss lief auch kmail unter kde 4 mit IMAP alles andere als rund, Experimente damit gehörten zum langen Leidensweg.
Neben kmail wurde mein hoch geschätztes amarok (Musik) zugrunde gerichtet, ebenso war der Dateimanager Dolphin im Vergleich zum Konqueror ein echter Rückschritt. Suse 10.2 war für mich 2006 die erste „Linuxversion“, bei der kde out-of-the-box funktionierte. Das Vertrauen war Anfangs groß, dass die Probleme bei kde4 nur vorübergehend seien, bis ich einsah, dass das Pferd ab kde4 wirklich tot war.
Umso besser zu hören, dass Plasma 5 stabil läuft und auch Plasma 6 zum Laufen zu bekommen ist, wenn man entsprechende Kniffe berücksichtigt.