Auch ich verfolge die Diskussion aufmerksam. Um "Macht und Gier" geht es meiner Ansicht nach nicht.
Ich möchte die bisherige Diskussion und den Stand aus meiner Sicht zusammenfassen:
Bisher ist das openSUSE Projekt keine rechtlich eigenständige Einheit, sondern ein Community-Projekt, das in Vielem von SUSE abhängig ist. So gehören unter anderem der SUSE GmbH die Rechte an der Marke openSUSE. Im Rahmen der schon oben erwähnten Diskussion ist die Idee entstanden, eine eigenständige "openSUSE Foundation" (Stiftung) zu gründen, um für die Community mehr Flexibilität zu erhalten. So kann openSUSE momentan keine Sponsoren haben, weil es keine rechtliche Einheit ist.
Das openSUSE Board hat deshalb beschlossen, den Weg in Richtung zu einer openSUSE Foundation zu gehen. Dabei hat sich auch die Frage gestellt, was mit Namen und Logo ist, da diese beide ja momentan SUSE gehören. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten:
- SUSE überträgt der neu zu gründeten openSUSE Foundation die Rechte an der Wortmarke openSUSE und Nutzungsrechte an der grünen Farbe und den von openSUSE verwendeten Logos, nicht nur dem Chamäleon, sondern auch Leap, Tumbleweed, Kubic usw.
- Die neue Foundation gründet sich unter einem anderen Namen
Beides hat Vor- und Nachteile, die jetzt diskutiert werden. Für eine Änderung sprechen unter anderem:
- Konflikte mit SUSE bezüglich der Abgrenzung werden vermieden
- Der Aufbau einer neuen Marke kann neue Community-Mitglieder anregen, aktiv mitzumachen
- openSUSE wird permanent falsch geschrieben, z.B. OpenSUSE.
Dagegen spricht unter anderem:
- openSUSE ist sehr bekannt und hat einen guten Ruf. Eine neue Marke muss erst bekannt gemacht werden.
- Die Umstellung ist enorme Arbeit. Wer soll das machen? Sind da nicht viele aktive Committer erst mal mit Namensänderung beschäftigt, statt sich um Wichtigeres zu kümmern?
- Eine Namensänderung kann den Eindruck erwecken, die Foundation wollte sich von SUSE entfernen oder es gäbe einen Streit. Das ist definitiv nicht der Fall.
Das Board hat deshalb entschieden, eine Abstimmung unter den openSUSE Members zu machen und zunächst die Frage zu stellen, ob der bisherige Name beibehalten werden soll oder ob eine Namensänderung angestrebt wird. Dabei gab es viele Bedenken, ob dies die richtige Frage ist, solange noch nicht wirklich klar ist, was das Beibehalten des Namens oder eine Namensänderung wirklich bedeuten. In der Tat, so einfach diese Frage ist, so schwierig ist sie zu beantworten, wenn man die Konsequenzen nicht wirklich zu Ende gedacht hat.
Inzwischen ist immerhin klar, dass es rechtlich wohl kein Problem ist, die Marke openSUSE an die Foundation zu übertragen und dann unabhängig, in manchen Gebieten vielleicht sogar in Konkurrenz aufzutreten. Vielleicht werden in nächster Zeit noch weitere Punkte klargestellt. Die Mitglieder von openSUSE drängen darauf, da sie sich sonst nicht in der Lage sehen, eine fundierte und informierte Entscheidung zu treffen.
Wer tiefer reinschauen möchte, sollte sich die Links aus Kommentar #2 anschauen.