Yast richtet sich wie fast alles, das mit root-Rechten zu nutzen ist, nach den Einstellungen des Nutzers root. Der ist, wenn man die Einstellung dafür nicht findet (und die ist sehr versteckt), auch bei einem deutsch vorgesehenen System Gringo-englisch. Man sieht es auch daran, dass die Schrift in Yast die hässlich verhungerte Schriftart Sans serif in der bei aktuellen Monitorauflösungen winzigen Größe 9 Punkte bleibt, auch wenn man die Schriftarten im Kontrollzentrum ändert. Bei der Zusammenfassung vor der Installation muss man bei der Sprachauswahl »deutsch« (oder jeder anderen nichtenglischen Sprache) oben rechts auf »Details« (oder so ähnlich, das ist alles nur während der Installation nachvollziehbar und ich möchte jetzt kein gut laufendes System schlachten). Dort gibt es eine Optionsmöglichkeit »Lokale Einstellungen für den Benutzer root« und die steht ohne eingriff auf »nur ct«. Man ändere sie auf »ja« und root spricht nach der Installation deutsch.
Es gibt aber eine ganz einfache Möglichkeit, den Rechner nachträglich in die Reihe zu bekommen. Allerdings ist die für in der Regel selbsternannte Linux- und Forengötter ein Sakrileg, über das offenbar in der Öffentlichkeit nicht zu sprechen ist. Mir ist das allerdings vollkommen Wurscht.
Melde Dich einfach grafisch als root an und passe dann die Systemeinstellungen genauso an, wie Du das unter Deinem Stammbenutzerprofil schon gemacht hast. Ich beschreibe das unter der Voraussetzung, dass KDE 4 läuft und das K-Menü auf klassische sowie das Systemeinstellungsmenü auf Baumansicht umgestellt ist.
»Allgemeines Erscheinungsbild und Verhalten« → »Regionales« → »Land, Region & Sprache«. Wie die Einträge englisch heißen, kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Sie sollten aber verständlich sein. Im rechten Teil ist der zweite Reiter »languages« wichtig. Im linken Fenster »deutsch« markieren und nach rechts schieben, außerdem englisch auf der rechten Seite entfernen, dann auf »anwenden« klicken. Das Fenster germanisiert sich in der Regel sofort, der Rest erst nach ab- und Wiederanmeldung.
Ratsam ist auch, dem Tastaturtreiber die englischen Marotten auszutreiben. »Hardware« → »Eingabegeräte« → »Tastatur«, dann ist der mittlere Reiter interessant. KDE 4 kann nur acht Sprachbelegungen verwalten, das ist seine große Schwäche. Das funktionierte bei KDE 3 deutlich besser.
Jetzt noch eine angenehme Schrift und auffällige Farben, damit das root-Profil gleich zu erkennen ist und die Sache ist gegessen. Dass man als root angemeldet Schaden machen kann, indem man beispielsweise für das System wichtige Dateien löscht, sollte klar sein. Etwas Vorsicht sei darum angeraten. Sonst bekommen die Forengötter trotz Unsterblichkeit wieder einen Herzinfarkt.
Falk