Beiträge von Alero

    Das Gimp-Team hat die zweite Testversion des freien Grafikprogramms auf dem Weg zu Version 2.10 veröffentlicht. Gimp 2.9.4 enthält zahlreiche Verbesserungen und als umfangreichste Neuerung die weitgehende Fertigstellung der Farbverwaltung.
    VonHans-Joachim Baader
    [Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/n_metadaten-eines-bildes-in-gimp-210.jpg]
    [Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/base/global/image_nwindow.gif][Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/base/global/image_zoom.gif] libregraphicsworld.org
    Metadaten eines Bildes in Gimp
    Seit Gimp 2.8 vor über vier Jahren freigegeben wurde, hat sich diese Version nicht mehr groß verändert. Zwar wurden insgesamt acht Aktualisierungen herausgegeben, diese brachten aber nur kleinere neue Funktionen.Von Gimp 2.10 dürfen sich die Benutzer jedoch einiges mehr erwarten. Viele heiß ersehnte Funktionen wurden bereits eingebaut und führten dazu, dass die häufig aktualisierten Testversionen von Gimp 2.10 von einigen Benutzern bereits bevorzugt werden - trotz der laufenden Arbeiten und den noch fehlenden Funktionen. Jetzt haben die Entwickler die zweite offizielle Testversion, Gimp 2.9.4, veröffentlicht, für die jedoch die gleichen Vorbehalte bezüglich Funktionalität und Stabilität gelten. Die Freigabe von Gimp 2.10 rückt damit ein Stück näher, dürfte aber immer noch einige Monate entfernt sein. Nach wie vor hat Gimp zu wenig Entwickler und könnte weitere tatkräftige Unterstützung brauchen.
    Eine Ankündigung von Gimp 2.9.4 liegt noch nicht vor, ebensowenig eine Aktualisierung der Roadmap. Auskunft über die Änderungen gegenüber Gimp 2.9.2 gibt das nicht gerade kleine Änderungslog. Demnach wurde mindestens eine der fünf noch für Gimp 2.10 fehlenden Funktionen vervollständigt, die Farbverwaltung. Im Kern von Gimp und an der Oberfläche wurden noch einige Verbesserungen vorgenommen. Viele Werkzeuge erhielten neue Optionen oder Korrekturen. So wurde das MyPaint-Werkzeug stark beschleunigt und ist jetzt standardmäßig eingeschaltet. Die Testversion kann im Quellcode vom Gimp-Projekt heruntergeladen werden.
    Gimp 2.10 wird vollständig auf GEGL beruhen und somit Bild-Farbtiefen von mehr als 8 Bit pro Farbkanal durchgehend unterstützen. Es sind nun auch 16 oder 32 Bit pro Farbkanal möglich, wahlweise mit Fix- oder Gleitkommadarstellung. Lediglich einige fortgeschrittene Funktionen wie das nichtdestruktive Editieren werden auf Gimp 3.2 verschoben. Unterstützt werden OpenEXR, Vorschau für viele Filter, Hardware-beschleunigte Darstellung und Bearbeitung mit OpenCL (noch experimentell) sowie Bildverkleinerung in höherer Qualität. Ferner werden Bildformate mit mehr Bit pro Farbkanal unterstützt, darunter PNG, TIFF, PSD und FITS. Darüber hinaus beruhen alle Werkzeuge auf GEGL.


    Die Konvertierung zwischen verschiedenen Farbräumen wird in Gimp 2.10 nahezu verlustfrei möglich sein. Ein neues Werkzeug namens »Unified Transformation« kann eine Ebene auf vielfältige Weise manipulieren, beispielsweise ihre Größe ändern, rotieren, verzerren oder eine Perspektiventransformation vornehmen. Ein weiteres neues Werkzeug namens »Warp Transformation« ersetzt das früher iWarp-Plugin und arbeitet direkt auf den Bildern ohne Vorschau.Werkzeuge wie das Überblenden, Ausrichten und Selektieren wurden verbessert. Dazu kommen einige noch experimentelle Werkzeuge wie N-Point Deformation (Verformen von Objekten), Handle Transform (Skalieren, Rotieren und Perspektivkorrektur mit Hilfe von »Griffen«, die man verschieben kann), Seamless Clone (vereinfachtes Zusammenführen von Bildern) und MyPaint Brush (Pinsel-Engine von MyPaint).
    Das Farbverwaltungs-Plugin für Gimp 2.10 verwendet LCMS2 und kann zwischen 8- und 16-Bit-Ganzzahlen sowie 32- und 64-Bit-Gleitkommazahlen konvertieren. Außerdem wurde ein neuer Filter zur Korrektur der Farbtemperatur geschaffen. Beim Überblenden verhält sich der Overlay-Modus jetzt anders als der Soft Light-Modus und folgt der »Compositing and Blending Level 1«-Spezifikation des W3C. Statt HSV-Farbwerten können nun auch CIE LCH-Werte verwendet werden. Für Fotografen ist die Möglichkeit interessant, Metadaten direkt in Gimp zu bearbeiten.
    Auch beim Zeichnen gab es zahlreiche Verbesserungen, darunter Rotation und Spiegelung des Bildes, Einstellung der Härte und Stärke der Pinsel und Symmetrisches Zeichnen. Ferner ist Gimp nun noch weitergehend konfigurierbar als zuvor.
    Weitere Features und Zukunftspläne von Gimp sind in der Roadmap zu finden. Gimp 3.0 soll lediglich die Portierung der Oberfläche von GTK+ 2 auf GTK+ 3 erledigen. Danach soll Gimp 3.2 wieder neue Funktionen bringen. Einen Zeitplan gibt es für keine dieser Versionen.


    Quelle

    Wenn Firefox 48 am 2. August veröffentlicht wird, liefert Mozilla erstmals Rust-Code in seinem Browser aus. Kürzlich wurde die in Rust geschriebene neue Web-Engine Servo als technische Vorschau veröffentlicht.
    VonFerdinand Thommes
    [Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/n_firefox-logo.jpg]
    [Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/base/global/image_nwindow.gif][Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/base/global/image_zoom.gif] Mozilla Foundation
    Firefox-Logo
    Vor sieben Jahren begann bei Mozilla Research die Planung für eine eigene Programmiersprache namens Rust. Diese sollte im Vergleich zu C++ nicht nur schneller sein, sondern Anwendungen auch weniger angreifbar machen, indem Speicherzugriffsfehler und Pufferüberläufe verhindert werden. Gleichzeitig sollen die häufigsten Ursachen für Abstürze ausgeschlossen und Race-Conditions bei Datenänderungen vermieden werden. Außerdem sollen sich parallele Algorithmen mit Rust einfacher handhaben lassen. Die Ziele haben sich, so Mozillas Direktor für Strategie Dave Herman auf Mozilla Hacks, seither nicht geändert. Rust ist mittlerweile bei Version 1.10.0 angelangt.Nun verwirklicht Mozilla mit Firefox 48 den zweiten Teil seiner Pläne, die in Sachen Rust für 2016 vorgesehen waren. Nach der Veröffentlichung einer ersten technischen Vorschau der in Rust umgesetzten neuen Web-Engine Servo ersetzt erstmals Rust-Code ein bei Firefox bereits vorhandenes Modul in C++. Dabei handelt es sich um den MP4-Metadaten-Parser, der an einer sicherheitskritischen Stelle Dienst tut. Weitere Code-Teile sollen in den kommenden Wochen und Monaten folgen.
    Derzeit ist Rust-Code in Firefox noch nicht verbindlich, sodass Linux-Distributionen Zeit bleibt, einen Rust-Compiler in ihre Repositorien aufzunehmen. Fedora plant diesen Schritt für Fedora 25 und auch bei Debian ist die Paketierung der entsprechenden Toolchain in Arbeit. Bei Arch Linux sind alle benötigten Pakete bereits vorhanden. Zusätzlich befindet sich im AUR der Toolchain-Manager Rustup, der Cross-Compilation erleichtern soll. Wer sich näher mit Rust beschäftigen möchte, findet auf der Projektseite eine umfassende Dokumentation mit vielen Syntaxbeispielen zu Rust und dessen Paketmanager Cargo.


    Quelle

    Microsoft hat eine erste Alphaversion eines neuen Skype für Linux veröffentlicht. Künftig setzt Skype auch unter Linux sowohl auf eine Web-App als auch auf eine stationäre Version.
    VonFerdinand Thommes
    [Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/n_skype-for-linux.jpg]
    [Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/base/global/image_nwindow.gif][Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/base/global/image_zoom.gif] Microsoft
    Skype for Linux
    Nachdem Skype für Linux lange in schlechtem Zustand war und nicht über Version 4.3 hinauskam, während Windows bereits über Skype 7 verfügt, hat Microsoft ein Einsehen und veröffentlicht eine Alphaversion, die nichts mehr mit dem alten Linux-Client zu tun hat. Die Web-App wie auch die Desktop-Version teilen sich die gleiche Codebasis, der auf WebRTC beruht. Damit setzt das neue Skype für Linux auf einer von beiden Apps geteilten Codebasis auf, die die Pflege der Applikationen künftig vereinfachen soll.Die »Skype for Web« genannte Web-App ist auf Googles Browser Chrome sowie auf Chromebooks zugeschnitten. Die App erlaubt ab sofort, von diesen beiden Plattformen Gespräche mit einer oder mehreren Personen zu führen, ohne das dafür ein Plugin installiert werden muss oder ein Client zu installieren wäre. Dies und mehr steht Nutzern von Microsofts Browser Edge über Skype for Web bereits seit April zur Verfügung.
    Wie die Entwickler in ihrer Ankündigung betonen, ist die Alphaversion noch nicht mit allen Funktionen ausgestattet. Beide Versionen von Skype für Linux sind daher derzeit noch auf Sprach-Chats mit einem oder mehreren Teilnehmern beschränkt. Bald sollen aber Video-Chats sowie Anrufe an Festnetz- und Mobilgeräte hinzukommen und später mit der stabilen Version die komplette Funktionalität der Web-App für Edge abbilden.
    Verbindungen sind derzeit neben der neuen Linux-Version mit den neuesten Client-Versionen für Windows, OS X, iOS und Android möglich, nicht aber mit dem alten Linux-Client 4.3.0.37. Dieser kann sich aber derzeit noch mit anderen Clients gleicher Version verbinden. Unterstützung für noch ältere Versionen hatte Microsoft bereits 2014 eingestellt. Die Desktop-Applikation des neuen Skype für Linux steht bei der Skype-Community als DEB- oder RPM-Paket zum Download bereit. Skype for Web ist unter der URL web.skype.com zu erreichen.


    Quelle

    HDRsoft hat eine Linux-Version seiner Bildbearbeitungs-Software Photomatix für Hochkontrastbilder (HDR) veröffentlicht. Das proprietäre Programm war bisher nur für Windows und Mac OS X erhältlich.
    VonHans-Joachim Baader
    [Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/imgdb/n_photomatix-in-ubuntu-1404-lts.jpg]
    [Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/base/global/image_nwindow.gif][Blockierte Grafik: http://www.pro-linux.de/images/NB3/base/global/image_zoom.gif] Hans-Joachim Baader
    Photomatix in Ubuntu 14.04 LTS
    Photomatix dient vornehmlich zum Erzeugen von Hochkontrastbildern (HDR). Dazu muss man mehrere Fotos eines Motivs mit unterschiedlicher Belichtung aufnehmen. Die Software kombiniert diese dann zu einem einzelnen Bild, dessen Farben und Helligkeitsunterschiede besser zur Geltung kommen als bei einem einzelnen Foto. Auch künstlerische Effekte sind damit möglich.Photomatix ist augenscheinlich das einzige Produkt des britischen Herstellers HDRsoft und scheint sich unter Windows und Mac OS X einiger Beliebtheit zu erfreuen. Es ist in verschiedenen Varianten und auch als Plugin für einige andere Programme erhältlich und kostet in der einfachsten eigenständigen Version etwa 30 Euro. Von allen Varianten gibt es kostenlose Testversionen, die zeitlich unbegrenzt sind, aber ein Wasserzeichen in die Bilder einfügen.
    Erstmals steht Photomatix jetzt auch allen Linux-Anwendern zur Verfügung. Direkt unterstützt werden allerdings nur Ubuntu und Linux Mint. Benutzer anderer Distributionen müssen versuchen, ob eine Konvertierung der Pakete in ein anderes Format wie RPM oder tar.gz Erfolg bringt. Zwei Pakete stehen zum kostenlosen Download bereit: Eines für Ubuntu 16.04 LTS (64 Bit) und eines für Linux Mint 17.3, Ubuntu 12.04 LTS und Ubuntu 14.04 LTS. Beim Download handelt es sich um die kostenlose Testversion. Sie trägt die Versionsnummer 1.0.
    Der Funktionsumfang der Linux-Version entspricht etwa dem von Photomatix Essentials, wobei die Batchverarbeitung und die unbegrenzte Zahl von Ausgangsbildern pro Satz aus der Pro-Version hinzugenommen wurden. Das Programm kann ist auch in der lizenzierten Version für Linux erhältlich. Es kann zu einem reduzierten Preis von 19,50 Euro beim Hersteller geordert werden.


    Quelle